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Die Mode des 20. Jahrhunderts

In kaum einem Jahrhundert hat sich modetechnisch so viel getan wie im 20. Jahrhundert. Die Besonderheiten (und den Wandel) von Kleidung, Make-up und Frisur habe ich am eigenen Leib erfahren, da ich für ein Fotoshooting in die Rolle meiner Protagonistinnen Fanny, Lisbeth und Rieke geschlüpft bin.

20er-Jahre

Kleidung
In den 1920er Jahren bestimmten Kostüme in Herrenfasson, knielange Röcke, Hänge- und Hemdblusenkleider und das von Coco Chanel lancierte „Kleine Schwarze“ die junge Damenmode. Die Kleider waren gerade geschnitten und hingen lose am Körper. Sie ignorierten Taille, Busen und Hüfte. Androgynie hieß das Zauberwort. Im Gegensatz zur heutigen Zeit, in der sich der Begriff Metrosexualität etabliert hat, waren es damals die Frauen, die die Geschlechterunterschiede aufzuheben versuchten.

Make-up
In den 20ern existierten noch keine flüssigen Make-ups, die Gesichtshaut wurde stattdessen stark und deckend gepudert. Als schön galt immer noch ein matter und zarter Elfenbeinteint – blass war schick. Rouge wurde sehr stark aufgetragen. Als Farbe waren dunkle Rosa-, und Rottöne beliebt, ab Mitte der 20er auch Orange. Als Lidschatten wurde hauptsächlich schwarz benutzt, aber auch dunkles Braun oder Grau. Dieser wurde stark um das gesamte Auge aufgetragen und nach außen ausgeblendet. Die Lippen waren der wichtigste Teil eines 20er Make-Ups. Anfang der 20er wurde ein Puppenmündchen geschminkt. Im Laufe der 20er wurde es dann populär, auch die Mundwinkel mitzuschminken. Beliebt waren sehr dunkle Farben (z.B. ein Brombeerton).

Frisur
In den 20er Jahren wurden die Haare meist kinnlang getragen – das Haarvolumen konzentrierte sich hauptsächlich in den Längen der Haarpartie, der Ansatz (seitlich gescheitelt) war weitestgehend glatt. Erst ab der unteren Hälfte wurden die Haare dann mit einem Lockenstab korkenzieherartig aufgedreht oder als Bubikopf getragen.

50er-Jahre

Kleidung
Die Mode der 50er ist vor allem eines: wunderbar weiblich. Denn nach entbehrungsreichen Kriegsjahren und harter Arbeit beim Wiederaufbau sehnten sich die europäischen Frauen nach Eleganz und einem Hauch von Luxus. Diese Sehnsucht veranlasste den Modedesigner Christian Dior dazu, einen bis dahin völlig neuen Stil zu kreieren. Typisch für diesen sind wadenlange, schwingende Röcke, ein figurbetontes Oberteil und eine sehr schmale Taille, die die Sanduhrfigur betonen – das weibliche Schönheitsideal der 50er.

Make-up
Die Frauen verwendeten viel Zeit auf ihr Styling. Das passte zu der Nachkriegskulisse und ihrer Rückbesinnung auf die „Gute alte Zeit“, als die Idealfrau noch einer zarten, aber wunderschönen Blume ähnelte und den ganzen Tag eigentlich nichts zu tun hatte, außer sich um Ihre Schönheit zu kümmern. Man war kein großer Fan von viel Farbe, sondern von klassischen Kontrasten. Die Frauen benutzten meist knallroten glänzenden Lippenstift und schwarzen Eyeliner, v.a. die oberen Wimpern wurden stark getuscht. Die Zeiten, in denen matter und stark gepuderter Teint angesagt waren, waren in den 50ern vorbei. Das Schönheitsideal war ein leichter natürlicher Glanz im Gesicht, favorisiert wurde allerdings noch die noble Blässe. Die Lippenkonturen waren in den 50ern absolut exakt und scharf, aber runder als in den 40ern.

Frisur
Die Victory Rolls verliehen der 50er-Jahre-Frisur Volumen und Drama. Es gab verschiedene Möglichkeiten zur Anordnung der Rollen. In der Regel wurden die Rollen vorne am Kopf aus einer oder zwei Haarsträhnen gestylt. Die Strähne wurde zuerst gelockt, dann mit dem Stilkamm toupiert und um zwei Finger umwickelt. Der Rest der Haare wurde in sanfte Wellen gelegt oder im Nacken sanft gewellt festgesteckt.

70er-Jahre

Kleidung
Walle-Walle-Kleider, auffällige Muster, Schlaghosen und schillernde Disco-Outfits: Kaum ein anderes Modejahrzehnt hat heute noch so viele Fans wie die 70er. Kein Wunder, denn die Mode ist abwechslungsreich, super lässig, wunderbar feminin. Mitte des Jahrzehnts entstand eine Gegenbewegung zum naturbezogenen Hippie-Style: die Disco-Mode. Plötzlich waren nicht mehr Festivals, sondern Clubs die „Places to be“ – allen voran das berühmt berüchtige „Studio 54“ in New York City. Dort stiegen die wohl wildesten Partys der 70er. Um dort mitzufeiern, musste das Outfit perfekt sein: Beliebt waren im Disco-Licht funkelnde Overalls, schwindelerregende Plateau-Schuhe und natürlich die obligatorischen Schlaghosen in schrillen Farben und krassen Mustern.

Make-up
Das Ziel eines 70er Makeup war ein von der Sonne geküsster Teint, strahlend vor Gesundheit – es waren goldene Bräune und ein natürlicher Schimmer angesagt. Beim Lidschatten waren tagsüber erdige und natürliche Farben beliebt, aber auch Grün und Hellblau. Für den Abend durfte es aber richtig extrem und glitzernd sein – der Discolook. Die Augen waren aber immer weich geschminkt mit perfekten Übergängen, betont wurde mit leicht verwischten Kajal Stiften. Schwarzer Eyeliner hatte erstmal ausgedient. Der Fokus lag auf den Augen – die Lippen glänzten zwar, allerdings nicht in Knallrot, sondern Rosa- oder Nude-Tönen.

Frisur
Die Frauen trugen ihre Haare gerne lange und mit Mittelscheitel. Sie wurden entweder glatt oder zu weichen, großen Locken geföhnt.