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Recherchereisen

Eindrücke von den Recherchereisen

Die Erkundung des Landes und der Besuch diverser Museen, spielte bei der Recherche für meine beiden Irland-Epen eine fast ebenso wichtige Rolle wie die Sichtung von Quellen und Sekundärliteratur. Im Folgenden können Sie diverse Stationen von meinen Recherchereisen nach Irland kennenlernen.

Christ Church und Strongbows Grabmal

Die Christ Church Kathedrale in Dublin, die auch Kathedrale der heiligsten Dreifaltigkeit genannt wird, gehört zu den ältesten Kirchen der Stadt. Sie ist seit dem Mittelalter der Sitz der Dubliner Erzbischöfe und wurde bereits 1038 von den Wikingern als hölzerne Kirche errichtet. Die Steinkirche wurde 1172 von Richard de Clare, genannt „Strongbow“, einem der normannischen Eroberer Irlands, und dem Erzbischof Laurence O’Toole in Auftrag gegeben. In der Kirche befindet sich auch das Grab von Strongbow: Der Sarkophag im Kirchenschiff ist allerdings nicht sein eigentliches Grabmal, da dieses bereits vor Jahrhunderten zerstört wurde. Allerdings wurde eine Grabplatte von der Kirche in Drogheda an die Stelle von Strongbow’s Grab in Christ Church Cathedral verlegt und als diejenige von Strongbow ausgegeben.

National Museum of Ireland und Dublinia

Das National Museum of Archeology and History in Dublin beherbergt eine große Sammlung von Gegenständen und Kunstwerken aus dem irischen Mittelalter, die ein lebhaftes Bild von der Kultur und dem Alltag vergangener Epochen zeichnen. Die archäologische Sammlung umfasst unter anderem die „Schatzkammer“ mit den besten Beispielen keltischen und mittelalterlichen Kunstgewerbes, darunter die Tara-Brosche und der Kelch von Ardagh.
Eine sehr anschauliche Reise zurück in der Zeit, genauer: in das Dublin der Wikinger und des Mittelalters, bietet die kleine Ausstellung “Dublina”, die sich direkt neben der Christ Church Kathedrale befindet: Die interaktive Ausstellung, die auf aufwändige Nachbildungen, lebensgroße Puppen, Schautafeln und Videos zurückgreift, ist informativ und unterhaltsam zugleich.

Wicklow Mountains

Über die Wicklow Mountains zog 1170 vom Süden her kommend das normannische Heer, um Dublin zu belagern – und schließlich auch einzunehmen. Am Ufer des Guiness-Sees wurden schon viele berühmte Filme gedreht – und zur Zeit steht dort ein Wikingerdorf, das als Kulisse für die Serie „Vikings“ dient. Nicht nur deswegen scheint man hier geradewegs im Mittelalter gelandet zu sein.

Glendalough

Glendalough, etwa 40 km südlich von Dublin gelegen, ist bekannt für seine Klostersiedlung – eine der berühmtesten der Insel. Der Heilige Kevin zog sich im 6. Jahrhundert hierhin zurück. Er wollte im Einklang mit der Natur und zurückgezogen leben, aber aus seiner Eremitage wurde rasch ein belebtes Zentrum und eine Schule der Iroschottischen Kirche. Das auffälligste Monument ist der 33 Meter hohe Rundturm, der um 1066 während der Wikingerinvasionen errichtet wurde, um die Reliquien, Bücher und Kelche zu schützen.
Das Klosterdorf von Glendalough war das Vorbild für das fiktive Kloster „Sankt Brigid“ im Roman.

Irish National Heritage Park

Im Irish National Heritage Park nahe von Wexford kann man auf mehreren Rundwegen die Vielfalt der über 9000 Jahre alten irischen Geschichte und Tradition erleben. Gezeigt werden authentische Rekonstruktionen wichtiger historischer Stätten von der Steinzeit bis zur Ankunft der Normannen in Irland, die von Archäologen und Historikern nach fundierten Kentnissen entwickelt wurden.
Die Siedlung der O’Bjólans wird im Roman weitgehend anhand der Nachbildung einer solchen Siedlung im Park geschildert.

Ferns

Ferns ist die alte Hauptstadt der Provinz Leinster. Hier residierte einst König Diarmait und wuchs seine Tochter Aoife auf: Die Ruinen der Burg, die im 13. Jahrhundert errichtet wurde, befinden sich an der Stelle seines einstigen Palastes.
König Diarmait wurde auch in Ferns begraben: Auf dem Friedhof der Kathedrale St. Edan findet man noch Reste seines einstigen Grabsteins.
Gleich in der Nähe des Grabs befinden sich die Ruinen von der Augustinerabtei Sankt Mary, die Diarmait einst gestiftet hat. Hier fanden 1169 auch die Friedensverhandlungen von Ferns statt, die auch im Roman geschildert werden.

Enniscorthy

Enniscorthy ist eine Stadt im Südosten von Irland. Hier hat Raymond Le Gros, einer der normannischen Eroberer Irlands, der noch vor Strongbow die Insel erreicht und eine wichtige Schlacht gewonnen hat, jene Burg errichtet, auf der später das jetzige Castle gebaut wurde.

Bannow Bay und Baginbun

Die normannische Eroberung Irlands begann 1169 am Bannow Bay, einem langen Strand im Süden der Insel, wo Robert FitzStephen mit drei Schiffen landete. Ein Jahr später kam hier auch Raymond le Gros an, der quasi Strongbows Vorhut anführte, und errichtete in Baginbun eine Festung. Hier wurde er vom irischen Heer angegriffen, errang aber einen Sieg, der wenig später die Eroberung Waterfords ermöglichte.
In der Nähe von Baginbun befindet sich auch St. Kieran – der Ort, wo Diarmait MacMurchada 1168 das Schiff bestiegen hat, das ihn nach Wales brachte.

Wexford und die Selskar Abbey

Wexford wurde ca. 800 n. Chr. von den Wikingern gegründet und auch im 12. Jahrhundert vor allem von Norwegern bewohnt. Sie war die erste Stadt, die von Normannen belagert wurde, die jedoch vor einer gewaltsamen Eroberung kapitulierte. Während seines Aufenthalts in Irland, hat König Henry II. längere Zeit in Wexford verbracht. In einem Kloster, an dessen Stelle später die Selskar Abtei errichtet wurde, hat er Buße für Thomas Beckets Ermordung getan.

Connemara

Connemara ist Teil einer der ältesten Provinzen Irlands – Connacht. Von hier stammte der letzte irische Hochkönig Ruari O’Connor, hier lebte zeitweise Connor, Diarmaist Sohn, als Geisel, ehe er hingerichtet wurde, und hierhin flohen viele Iren nach Beginn der Invasion – im Roman auch Caitlín und Faolán, Ascall und Róisín. Connacht wurde später eines der Zentren des Widerstandes gegen die Invasoren. Die raue Landschaft mit den kahlen Bergen und den vielen Seen gleicht der von Breifne, wo sich Ascall von Tooras Burg Dún Fionn befindet. Nicht zuletzt darum hat man hier das Gefühl, er könnte gleich um die Ecke kommen …

Croagh Patrick

Der Kegel des 763 Meter hohen Croagh Patrick ist schon von Weitem zu sehen. Der Sage nach soll der Heilige Patrick im Jahr 441 n. Chr. auf dem heiligen Berg im Nordwesten von Irland 40 Tage lang gefastet und gebetet haben, ehe er die vorchristliche Gottheit Crom besiegte. Vom Gipfel des Berges, wo er auch eine Kapelle errichtete, verbannte er sodann mit einer Glocke alle Reptilien aus Irland. Schon im Mittelalter war der Croagh Patrick ein beliebter Pilgerort. Nachdem König Diarmait aus Leinster fliehen musste, wähnten ihn viele dort anstatt in Aquitanien bei König Henry.

Skellig Michael

Einer der magischsten Orte, den ich je betreten habe, ist die schroffe Insel „Skellig Michael“, die etwa 12 km vor der irischen Westküste liegt und wo im Mittelalter jahrhundertlang eine Mönchsgemeinschaft gelebt hat – fern der Welt, in bienenwabenförmigen Steinbauten und dem rauen Klima des Atlantiks ausgeliefert. Schon allein dorthin zu kommen ist eine riesige Herausforderung: Die Boote fahren nur in den Sommermonaten, wenn auch nicht jeden Tag, sondern ausschließlich bei mäßigem Wellengang. Selbst dann sollte man aber einen möglichst „seefesten“ Magen haben – so wie bei der Erkundung der Insel Höhenangst keine gute Voraussetzung ist. Auch wenn Skellig Michael streng genommen kein Schauplätze meiner Irland-Romane ist – so spielt die Insel in einer Schlüsselszene von „Der Thron der Wölfe“ doch eine wesentliche Rolle.

Limerick

Limerick war eine jener irischen Städte, die von den Wikingern gegründet wurde; sie war von strategisch großer Bedeutung in Irlands Westen. Während der Eroberung Irlands durch die Normannen wechselte sie mehrmals den Besitzer, einmal wurde sie gänzlich niedergebrannt. Mit diesem Brand 1176 beginnt in „Der Thron der Wölfe“ Tuans Geschichte. Die Burg, die heute das Stadtbild prägt, gab es damals noch nicht – jedoch mächtige Stadtmauern. Und natürlich lag die Stadt schon damals am Fluss Shannon, der für Tuan und seine Gefährten lebensrettend wird.

Breifne

Breifne im Nordwesten Irlands – die Heimat von Ascall von Toora – galt im Mittelalter als besonders schwer zugängliche Provinz. Es heißt, dass sich hier am längsten das Heidentum hielt, wurde Breifne doch von Priestern gemieden. Im Vergleich zu Connemara meiden es heute wiederum die Touristen – zu Unrecht, wie ich finde.

Irlands Burgen

Bis heute wird Irlands Landschaft von vielen Burgruinen geprägt. Fast alle von ihnen stammen aus der Zeit nach der Eroberung der Normannen. Für diese hatten Burgen bzw. deren Vorformen, die Motten, eine entscheidende strategische Bedeutung. Für die Iren zählten hingegen weniger das Land und steinerne Bauten, die man darauf errichteten, als die Viehherden. Im „Thron der Wölfe“ muss Ascall jedenfalls jede Menge Steine schleppen …